St. Sebastianus Schützenbruderschaft

Balkhausen-Türnich von 1583 e. V.

Geistlicher Präses: Thomas Oster
Präsident: Franz Hermann



Stimmungsvolles Patronatsfest 2017 der St. Sebastianus
Schützenbruderschaft Balkhausen-Türnich, gegr. 1583


Jubilare und Majestäten 2017- unten - v.l.n.r.: Fahnenoffizier Thomas Schulz, Andreas Schomers, Marianne Beier, Elisabeth Schramm, Anneliese Schander, Bambiniprinz Tim Wilson Pesch, Wolfgang Schramm, Hans-Josef Reimer, Fahnenoffizier Kai-Uwe Bonzelett,
Mitte – v.l.n.r: Schützenkönig Hans-Werner Jansen mit Gattin Gerda-Marie, Bezirksjungschützenmeister Christoph Mörschel,
Oben – v.l.n.r.: Thorsten Uherek, Tobias Schommers, Jan Niklas Pesch, Bezirksbundesmeister Olaf Winkler, Christoph Mohr mit Bürgerkönigin Andrea Herber, Präsident Franz Hermann


In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Großen Schützenheim feierten Hans-Werner Jansen mit seiner Königin Gerda-Marie gemeinsam mit Jungschützenkönig Carsten Fischer mit seiner Freundin Lena Vossen, dem ersten Bambiniprinzen Tim Wilson Pesch und Bürgerkönigin Andrea Herber mit ihrem Lebensgefährten Christoph Mohr den traditionellen Königsball anlässlich des Patronatsfestes des Hl. Sebastianus.

Zuvor hatten die Majestäten, in einem Fackelzug von ihren Schützenbrüdern zur Pfarrkirche St. Rochus geleitet, die heilige Messe zu Ehren ihres Namenspatrons besucht. In einer vom Kirchenchor gestalteten feierlichen Messe erinnerte Pfarrvikar Thomas Oster in seiner Predigt an das Leben des Namenspatrons zur Zeit von Kaiser Diocletian vor 1.700 Jahren. Sein mannhaftes Einstehen für den noch jungen christlichen Glauben, obwohl Offizier der kaiserlichen Prätorianergarde, indem er den von der damaligen Christenverfolgung bedrohten Mitschwestern und Mitbrüdern half, bezahlte er schließlich selbst mit seinem Leben. Seine Standhaftigkeit, sein Einstehen für die christlichen Grundüberzeugungen, seine Hilfsbereitschaft sind die Werte, die auch heute für das Miteinander, nicht nur in der Bruderschaft, unverzichtbar sind, hob Thomas Oster hervor.

Franz Hermann, der Präsident der Bruderschaft, musste wie in den Vorjahren bei der Begrüßung der Gäste von befreundeten Bruderschaften, Vereinen sowie Wirtschaft und Politik Schwerstarbeit leisten, um die große Zahl in einem angemessenen Zeitraum begrüßen zu können. Er würdigte die Majestäten der Bruderschaft für ihre Arbeit und ihr Engagement und wünschte für die restlichen Monate ihrer Regentschaft noch viel Glück und Freude an ihren Ämtern.

Das Programm des Abends war sehr umfangreich: Traditionell sorgten auch in diesem Jahr die kleinen Tänzerinnen der „Wibbelstätzje“ der KG Rut-Wies Balkes-Türnich mit ihren furiosen Tänzen für ein erstes Stimmungshoch und erinnerten daran, dass neben St. Sebastianus im Januar auch die 5. Jahreszeit ihrem Höhepunkt entgegengeht. Nach dem Tanz aller anwesenden Majestäten überreichten die Nachbarn des Königspaares vom „Weiler Brüggen“ Hans-Werner Jansen ein besonderes Geschenk, nämlich einen extra angefertigten Rund-Stehtisch. Mit launigen Worten erläuterte Irmgard Bremer, dass der neue Besitzer in dem runden Korpus je nach Stimmung oder Anlass das Vereinslogo seines 1. FC Kölns, das Vereinsemblem seiner Bruderschaft und sein Königswappen in verschiedenen Farben leuchten lassen kann. Die erstmals auftretende Band „Just Dance“ sorgte mit abwechselnden Rhythmen für die weitere Stimmung und Hochbetrieb auf der Tanzfläche bis in den frühen Morgen. Bei Liedern über die „Kölsche Siel“ oder über den „FC Kölle“ wurde zudem an einigen Tischen auf den Stühlen mit „Hätz un Siel“ kräftig mitgesungen.
Kein Wunder, dass die Nacht kurz war, und sich am Sonntagmorgen eher müde Schützen, angeführt von dem „Tambourcorps Freischütz Gymnich“ und den „Fidelen Eifeler“ losmarschierten, um ihren Präsidenten und ihre Majestäten abzuholen. Ein kräftigendes Frühstück sorgte dafür, dass der alte Schwung wiederhergestellt wurde. Neben den vielen Gästen befreundeter Bruderschaften (u. a. St. Hubertus Brüggen, St. Kunibertus Gymnich, St. Sebastianus Gymnich, St. Sebastianus Wissersheim), aus den Vereinen und aus der Bevölkerung begrüßte Präsident Franz Hermann erstmals den vorjährigen Schützenkönig und langjährigen Rendanten Peter Brenig in seiner neuen Rolle als Ehrenmitglied der Bruderschaft und seine Frau Sybille.

Ehe „Die fidelen Eifeler“ mit ihrer Blasmusik in den gemütlichen Teil des Sonntags überleiten durften, standen die Ehrungen zahlreicher Fördermitglieder und Schützenbrüder an. So konnte Präsident Franz Hermann in diesem Jahr die Fördermitglieder Anneliese Schander und Hans-Josef Reimer für 25 Jahre mit Urkunde und Vereinsnadel ehren. Ebenfalls 25 Jahre dabei waren Manfred Weingartz und Ludwig Heller, die aus privaten Gründen nicht zum Patronatsfest kommen konnten. Für 40 Jahre Treue und Verbundenheit mit der Bruderschaft wurde Wolfgang Schramm geehrt. Wolfgang Schramm war von 1990 – 1992 als aktiver Schütze Fahnenoffizier der Bruderschaft. Detlev May, ebenfalls 40 Jahre dabei, war leider verhindert. Einen besonderen Gruß erhielten das Fördermitglied Heinrich Balkhausen und seine Frau Sofie: Ihnen gratulierte Franz Hermann mit einem Blumenstrauß nachträglich zu ihrer Eisernen Hochzeit im Dezember 2016.

Eine heitere Note brachte das Dankeschön an Elisabeth „Lisbeth“ Schramm, die jahrzehntelang an der Seite von Klaus Schramm die gute Seele der Bruderschaft war. Ebenso humorig konnte Franz Hermann sich bei Marianne Beyer und Annette Schomers bedanken, die ca. 30 Jahre für die wöchentliche Reinigung des kleinen Schützenheimes verantwortlich waren. Er erinnerte sich schmunzelnd, dass es dabei manches Mal „Hart“ bei der Arbeit, „aber Herzlich“ nach getaner Arbeit bei Kaffee und Kuchen zugegangen sei.

Bevor die „Alten“ Aktiven an die Reihe kamen, wurden zwei Jungschützen vom 1. Jungschützenmeister der Bruderschaft, Michael Bienias, und vom 1. Bezirksjungschützenmeister, Christoph Mörchel, mit dem Jugend Verdienstorden in Bronze geehrt: Tobias Schommers, 18 Jahre jung, Schülerprinz 2011 / 2012 und Jungschützenkönig 2015 /2016. Er schießt als Sportschütze in der 2. Schießmannschaft, ebenso pflichtbewusst nimmt er sich vieler Arbeiten in und an der Schützenanlage an, ist stets hilfsbereit und nunmehr als aktiver Schütze wichtiger Bestandteil der gesamten Bruderschaft. Seit mehr als 18 Jahren (seit seiner Geburt) in der Bruderschaft ist Jan Niklas Pesch sehr engagiert und „in der Jugendabteilung der Mann für alle Fälle; geht nicht, gibt’s nicht und was nicht passt, wird passend gemacht“. Jan Niklas Pesch entstammt einer über mehrere Generationen aktiven Schützenfamilie. Sein kleiner Bruder ist der erste amtierende Bambiniprinz, er selber war 2007 / 2008 Schülerprinz. Anschließend verlieh Christoph Mörchel unserem 2. Jungschützenmeister Thorsten Uherek den Verdienstorden für die Jugendarbeit und würdigte damit die langjährige und äußerst verantwortungsvolle Arbeit für die Kinder und die Jugendlichen der Bruderschaft. Gerade in Zeiten, wo das Schützenwesen in der Kritik steht, ist es wichtig, dass (jung gebliebene) Erwachsene die Werte „Glaube, Sitte, Heimat“ vorleben und an Jugendliche weitergeben. Hier leistet Thorsten Uherek Vorbildliches und ist stets da, wenn die Jungs ihn brauchen.

Bei den aktiven Schützen erhielt Andreas Schomers den Silbernen Orden für 25 Mitgliedschaft. 40 Jahre alt, seit 1992 aktiver Schütze zeigt seine Vita sein immerwährendes Engagement in der Bruderschaft: Fahnenoffizier (1997 – 2002), 2. und 1. Jungschützenmeister (1997 – 2006), Offizier (2002 – 2009) und nun 2. Adjutant und 2. Geschäftsführer im Vorstand. Zweimal war Andreas Schomers Jungschützenkönig (1993 / 1994; 1997 / 1998). 1998 errang er zudem die Bezirksprinzenwürde in Bezirksverband Bergheim-Süd. Diese herausragenden Leistungen wurden bereits 2006 mit dem Silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet.

Auch in diesem Jahr wurde einem Verdienten Schützen unserer Bruderschaft eine besondere Ehrung zuteil. Mit dem Hohen Bruderschaftsorden würdigte Bezirksbundesmeister Olaf Winkler unseren Schützenbruder und Kommandanten Ingo Haas für seinen über 30 Jahre andauernden Einsatz in der Bruderschaft und sein stets glaubwürdiges Eintreten für die Werte „Glaube, Sitte und Heimat“. In 2001 trat er als Adjutant sein erstes Amt an, zugleich wurde er 2. Geschäftsführer im Vorstand. In 2005 gab er beide Ämter weiter, um Kommandant der Bruderschaft zu werden. Seit dieser Zeit ist er das Gesicht der Schützenbrüder, wenn er zu Pferd die Spitze des Festzuges bildet. Unter seiner Führung bildete sich ein harmonisches Offizierskorps, dessen Zukunft und Weiterentwicklung ihm am Herzen liegt. So wurde auf seine Initiative hin der Königsadjutant im Offizierskorps geschaffen. Aber auch über die Grenzen der Bruderschaft hinweg ist Ingo Haas ein anerkannter, gern gesehener und würdiger Botschafter unserer Bruderschaft. Mit den Worten „Ingo Haas ist Schütze mit Leib und Seele“ heftete Olaf Winkler den Orden an seinen grünen Rock.

Den Abschluss der Ehrungen bildete wie immer der Dank von Brudermeister Franz Hermann an alle sichtbaren und unsichtbaren Helferinnen und Helfer, die vor und während der zwei Tage zu dem schönen Fest beigetragen hatten. Nach dem Foto-Shooting luden die Majestäten zum traditionellen Imbiss ein, um die Grundlage für den Rest des Tages in gewohnt guter Stimmung bei Blasmusik und vielen guten Gesprächen zu schaffen.

Dietmar Reimann
01/2017