St. Sebastianus Schützenbruderschaft

Balkhausen-Türnich von 1583 e. V.

Geistlicher Präses: Thomas Oster
Präsident: Franz Hermann



Stimmungsvolles Patronatsfest 2016 der St. Sebastianus
Schützenbruderschaft Balkhausen-Türnich


v. lks.: Königspaar Peter und Sybille Brenig, Präsident Franz Hermann,
Bundespressesprecher im BHDS Rolf Nieborg Bild: Peter Fries


In dem bis auf den letzten Platz gefüllten Großen Schützenheim feierten Peter Brenig mit seiner Königin Sybille gemeinsam mit Jungschützenkönig Tobias Schommers mit seiner Partnerin Madelaine Schödder, Schülerprinz Tim Lummerich und Bürgerkönigin Cilly Gey mit Ehemann Heinz den traditionellen Königsball anlässlich des Patronatsfestes des Hl. Sebastianus.

Zuvor hatten die Majestäten und ihre Schützenbrüder die heilige Messe zu Ehren ihres Namenspatrons besucht. Hier beeindruckten die Bläser und die Pauken der Musikvereinigung Concordia aus Dreiborn, die extra aus der verschneiten Eifel angereist waren, um den geistlichen Präses Thomas Oster und die Majestäten, allen voran Peter Brenig, mit den imponierenden, zugleich melancholischen Klängen aus dem Stück „Eventide-Fall“ von Alfred Bösendorfer zu begrüßen. Der Komposition Eventide-Fall liegt das Kirchenlied „Abide with me“ (Bleibe bei mir, Herr) zugrunde. Das Lied drückt die Bitte zu Gott aus, er möge die Menschen in der nahenden Dämmerung beschützen und sie in der Dunkelheit nicht alleine lassen. Pfarrvikar Thomas Oster, der aus dem Urlaub angereist war, bezog sich in seiner Predigt auf die ursprünglichen Aufgaben der Bruderschaft bei der Gründung 1583 und deren Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte. Je mehr der Staat die sozialen Aufgaben und den Schutz seiner Bürger an sich gezogen habe, umso schwieriger wurde und würde die Identifikation mit dem Schützenwesen. Eines ziehe sich aber wie ein roter Faden durch die Geschichte: das Einstehen für die christlichen Grundüberzeugungen und das Einstehen füreinander und miteinander zum Wohl der Bruderschaft, und damit der Gesellschaft. Dieses hohe Gut müsse für den Fortbestand erhalten werden! Der Kirchenchor mit Adolf Möltgen an der Orgel sorgten ebenfalls für eine festliche Liturgie, so auch mit dem Stück „Segne Du, Maria“ während der Kommunion. Zuvor hatten die Bläser das „Ave Maria“ von Charles Gounod gespielt. Gemeinde, Kirchenchor und Bläserensemble stimmten zum Ende gemeinsam das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ an, ehe die Bläser und Pauken von Concordia Dreiborn den Auszug mit dem Stück „Musica Gloriosa“, ebenfalls von Bösendorfer, begleiteten.

Franz Hermann, der Präsident der Bruderschaft, musste bei der Begrüßung der Gäste von befreundeten Bruderschaften, Vereinen sowie Wirtschaft und Politik Schwerstarbeit leisten, um die große Zahl in einem angemessenen Zeitraum begrüßen zu können. Er würdigte die Majestäten der Bruderschaft für ihre Arbeit und ihr Engagement und erzählte das eine oder andere „Döneken“, wie z. B. über den Schülerprinzen Tim Lummerich: Es sei e igentlich die Regel, dass die Eltern ihre Kinder an die Bruderschaft heranführen, hier sei es umgekehrt gewesen: Tim habe als Schülerschütze seine Begeisterung auf die Eltern übertragen: so war seine Mutter 2012 / 2013 Bürgerkönigin und seit dieser Zeit ist sein Vater ebenfalls aktiver Schütze.

Das Programm des Abends war sehr umfangreich: Traditionell sorgte die Jugendtanzgruppe „Wibbelstätzje“ der KG Rut-Wies Balkes-Türnich mit ihren furiosen Auftritten für ein erstes Stimmungshoch. Die Band „Ex und Hopp“ war dann wie gewohnt für die weitere Stimmung und Hochbetrieb auf der Tanzfläche zuständig, hatte aber an diesem Abend auch häufiger Zeit sich auszuruhen. So rissen die Mitglieder des „Original-Oldie-Club-Kerpen“ mit ihren gekonnt vorgetragenen „Play-Backs“ der Songs von so namhaften Schlagersängerinnen und -Sängern wie Andrea Berg, Helene Fischer, Wolfgang Petry etc., ebenso souverän und gekonnt moderiert von Eddy Wildenburg, die Gäste zu Beifallsstürmen hin. Doch damit nicht genug: Zur großen Überraschung der immer noch sehr zahlreichen Gäste füllte sich nach Mitternacht das Große Schützenheim mit den Farben „Blau-Gelb“ des Kölner Traditionscorps Treuer Husar von 1925. Ca. 100 Husaren stürmten das Schützenquartier und brachten trotz der räumlichen Enge des Heimes ihren akrobatischen Tanzeinlagen aufs Parkett. Natürlich wurde am Ende „Es war einmal ein treuer Husar“ angestimmt - ich bin sicher, dass nicht nur der Chronist heiser war.

Kurz war die Nacht, ehe sich die tolle Stimmung am Sonntagmorgen beim Frühschoppen im großen Schützenheim fortsetzen konnte. Angeführt von dem „Tambourcorps Freischütz Gymnich“ und den „Fidelen Eifeler“ holten die Schützenbrüder den Präsidenten und ihre Majestäten ab. Wie am Abend zuvor fanden sich viele Gäste befreundeter Bruderschaften wie St. Hubertus Brüggen, St. Kunibertus Gymnich, St. Sebastianus Gymnich und St. Sebastianus Wissersheim und Vereine wie der Kirchenchor von St. Rochus sowie aus der Bevölkerung ein.
Ehe „Die fidelen Eifeler“ mit ihrer Blasmusik in den gemütlichen Teil des Sonntags überleiten durften, standen die Ehrungen zahlreicher Fördermitglieder und Schützenbrüder an. So konnte Präsident Franz Hermann in diesem Jahr die Fördermitglieder Helmut Hoßdorf, Elisabeth Schramm, Hans-Gerd Weindel, Fred Trump, Gerhard Trump, Christine Tesch, Bert Althausen und Horst Hoch für 25 Jahre mit Urkunde und Vereinsnadel ehren. Ebenfalls 25 Jahre dabei waren Johannes Wolf, Josef Schaaf, Lotti Kästner, Leo Radmacher und Theo Schneider, die aus privaten Gründen nicht zum Patronatsfest kommen konnten. Auch hier fand der Präsident persönliche Worte, wie z. B. für Christine Tesch; sie gründete als Bürgerkönigin 2003 / 2004 eine Damenfußballmannschaft der Bruderschaft, oder Fred Trump, der seine vom Hausbau übrig gebliebenen Klinkersteine für den Bau des Bilderstocks der Hl. Barbara im vergangenen Jahr stiftete.
Für 40 Jahre Treue und Verbundenheit mit der Bruderschaft wurde Frau Katharina Breuer geehrt, ebenso Frau Margarete Esser, die leider verhindert war.

Bevor die „Alten“ Aktiven an die Reihe kamen, konnte nach 2013 ein Jungschütze vom 1. Jungschützenmeister der Bruderschaft, Michael Bienias, und vom 1. Bezirksjungschützenmeister, Christoph Mörchel, wiederum mit dem Jugend Verdienstorden in Bronze geehrt werden: Marvin Bienias, 16 Jahre jung. Neben seinen zahlreichen Erfolgen, er war zweimal Schülerprinz (2010 / 2011und 2013 / 2014) und 2013 /2014 sogar Bezirksschülerprinz, engagiert er sich in der so wichtigen Jugendarbeit der Bruderschaft. Den Jugendleiterschein hat er bereits in der Tasche - sein Ziel: Jugendleiter der Bruderschaft zu werden. In St. Rochus dient er als Messdiener - stets hilfsbereit ist er ein wichtiger Bestandteil der Jugendabteilung und auf dem besten Weg, das auch in der gesamten Bruderschaft, nicht zuletzt als Mitglied der 2. Sportschützenmannschaft, zu werden.
Nun zu den „Alten“: Seit ihrer Kindheit dienen Swen Kox und Kai-Uwe Bonzelet mittlerweile 25 Jahre der Bruderschaft. Swen Kox war 1995 / 1996 Schülerprinz und 2004 / 2005 Jungschützenkönig. Kai- Uwe Bonzelet war 2002 / 2003 Schülerprinz und schon zweimal Jungschützenkönig (2011 / 2012 und 2014/2015). Er wurde 2013 mit dem Jugend Verdienstorden in Bronze ausgezeichnet. Beide sind immer ansprechbar, wenn es um Arbeiten in und um das Schützenheim geht. Für 50 Jahre erhielt Manfred Gieseler seine Urkunde. Er war 1976 / 1977 Jungschützenkönig und hat nach einer kleinen Auszeit als inaktives Mitglied den Weg zu den aktiven Schützen zurückgefunden.

Bei den Verdienten Schützen erhielt Klaus Schramm, im vergangenen Jahr 80 Jahre alt geworden, die Fürst-Salm-Reifferscheidt-Dyck-Plakette, eine ganz besondere Auszeichnung des Bundes der Historischen Schützen. Franz Hermann würdigte ihn mit seiner Ehefrau Elisabeth und zeichnete in liebevollen und sehr persönlichen Worten ihren gemeinsamen Lebensweg nach, der sie zum „Segen der Bruderschaft“ in den sechziger Jahren nach Türnich brachte. Er nannte sie wörtlich „die Heinzelmännchen von unserer Bruderschaft“, alles was erledigt werden soll oder muss wird von den beiden sofort erledigt, und das immer zu 100 %.“ Ein Blumenstrauß und ein extra angefertigtes Küchenhandtuch mit den Insignien der Bruderschaft für Elisabeth, der Orden für Klaus Schramm waren der verdiente Dank an die Beiden.

Eine seltene Auszeichnung, nämlich das Schulterband zum St. Sebastianus Ehrenkreuz, erhielt Schützenkönig Peter Brenig für sein Lebenswerk als Schützenbruder, auch wenn er gerade mal knapp über 60 Jahre alt ist. Die Laudatio hielt Rolf Nieborg, Vorstandsmitglied und Bundespressesprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Aus seiner umfangreichen Laudatio seien hier zitiert: „Als die Bruderschaft in den Neunziger Jahren vor schwierigen Herausforderungen (Erweiterung des Schützenheimes mit entsprechender Modernisierung) stand, gründete Peter Brenig die ‚Grünröcke‘ – eine Art interne Aktiengesellschaft aktiver und inaktiver Schützen. Er schaffte es, durch diese Initiative die stolze Summe von 100.000 DM zusammen zu bekommen und ermöglichte so die Realisierung der notwendigen Modernisierung. Er schaffte es ebenfalls, die vereinbarten Rückzahlungen so flexibel zu halten, dass dem Verein stets die Liquidität erhalten blieb. Durch diesen Geniestreich hatte Peter einmal mehr bewiesen, wozu eine Schützengemeinschaft im Stande ist!“
„Etliche Schützen- und Patronatsfeste dieser Bruderschaft wären ohne die Unterstützung dieses Peter Brenig – und bitte nicht zu vergessen: auch ohne die Unterstützung seiner quirligen, allseits präsenten Ehefrau Sybille – wohl kläglich ausgefallen.“
„St. Sebastianus Balkes wurde und wird zu jeder Zeit durch Peter Brenig repräsentiert – ob privat oder in Tracht, er ist stets der seriöse Allround-Vertreter und optimale Botschafter der Bruderschaft. Nicht verwunderlich ist daher auch sein Engagement im sozialen Bereich der Dorfgemeinschaft, in den Kindergärten, Schulen und Feuerwehren. Er ruft hier nicht nur zu Spendenaktionen auf, sondern trägt auch selber gehörig dazu bei. Nie hat er diese Schützen-Lorbeeren für sich persönlich verbucht. Dieses sozial-karikative Engagement galt und gilt ihm stets als Herzensangelegenheit der Bruderschaft – eben ganz im Sinne von ‚Schützen helfen‘!“

Franz Hermann schloss sich den lobenden Worten ausnahmslos an, deckten sie sich doch mit seiner vorbereiteten Rede, und ernannte Peter Brenig zum Ehrenmitglied der Bruderschaft.

Die große Schar der Majestäten, Jubilare und Offiziere
mit einem besonderen Gast, ein kleiner Schneemann .
Bild: Peter Fries


Nach dem Foto-Shooting wurde zum traditionellen Imbiss geladen, um die Grundlage für den Rest des Tages in gewohnt guter Stimmung bei Blasmusik und vielen guten Gesprächen zu schaffen.

Dietmar Reimann
01/2016