St. Sebastianus Schützenbruderschaft

Balkhausen-Türnich von 1583 e. V.

Geistlicher Präses: Thomas Oster
Präsident: Franz Hermann



Patronatsfest 2019

Mit dem Königsball eröffneten Schützenkönig Thomas Klobe und Königin Anne, Jungschützenkönig Maximilian Klobe und Samira Thielen sowie Bürgerkönigin Sabine Thielen und Prinzgemahl Michael Thielen das traditionelle Patronatsfest der Bruderschaft im großen Schützenheim.



Zuvor hatten die Majestäten und die Schützenbrüder, in einem Fackelzug von dem Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Türnich-Balkhausen sicher zur Pfarrkirche St. Rochus geleitet, die heilige Messe zu Ehren ihres Namenspatrons besucht.

In einer mit dem Kirchenchor gestalteten feierlichen Messe erinnerte Pfarrvikar Thomas Oster in seiner Predigt zu Nehemia 4,1-14 (Widerstände der Feinde gegen den Mauerbau von Jerusalem) an das Entstehen des Schützenwesens im ausgehenden Mittelalter: Früher gültige Rechtsordnungen lösten sich auf, marodierende Raubritter bedrohten Städte, Dörfer und Wege, machtgierige Fürsten belagerten Städte. Daher organisierten sich Dorfbewohner oder Bürger in Bruderschaften, Zünften und Gilden, um ihr Eigentum, ihre Häuser, ihre Städte gegen Angreifer zu verteidigen, und die darin lebenden Menschen zu (be)schützen. Aber nicht nur vor dem äußeren Feind galt dieser Schutz; wer einer Bruderschaft oder Zunft angehörte, konnte sich auf deren Hilfe und Unterstützung bei persönlichen Notlagen verlassen. Solche Notlagen traten in jener Zeit sehr schnell ein, wenn Feuer zu Obdachlosigkeit, Krankheiten oder Sterbefälle zu Verarmungen führten. Heute schützt das staatliche Gewaltmonopol die Menschen vor Übergriffen Dritter, auch ist die Unterstützung Bedürftiger durch die sozialen Sicherungssysteme überwiegend gegeben. Geblieben sind die gesellschaftlichen Aufgaben des Helfens, des für einander Einstehens, des menschlichen Miteinanders und des Glaubens. Dafür stand und steht der Namenspatron Sebastianus und die Bruderschaft in besonderem Maße, hob Thomas Oster hervor.

Franz Hermann, der Präsident der Bruderschaft, musste wie in den Vorjahren bei der Begrüßung der Gäste von befreundeten Bruderschaften, Vereinen sowie Wirtschaft und Politik Schwerstarbeit leisten, um die große Zahl in einem angemessenen Zeitraum begrüßen zu können. Er würdigte die Majestäten für ihre Arbeit und ihr Engagement und wünschte ihnen für die restlichen Monate ihrer Regentschaft noch viel Glück und Freude an ihren Ämtern.

Eingeleitet von dem Tanz aller anwesenden Majestäten sorgten danach auch in diesem Jahr die kleinen Tänzerinnen der „Wibbelstätzje“ der KG Rut-Wies Balkes-Türnich mit ihren furiosen Tänzen für ein erstes Stimmungshoch, launig kommentiert von ihrem Vorsitzenden Kai Wolff. Ein sichtbares und unüberhörbares Signal, dass im Januar neben St. Sebastianus auch die 5. Jahreszeit Fahrt aufnimmt. Aus dem Express der Wibbelstätzje wurde ein ICE, als Domhätzje Nadine den Saal musikalisch aufmischte. Neben ihren Liedern „Ich will die Liebe spüren“ und „Ich han mieh Jlöck gefunge“ sorgte sie mit kölschen Tön, Schunkel- und Seemannsliedern für eine ausgelassene Stimmung im Schützenheim; die erstmals engagierte Kapelle „Sound Cocktail“ füllte mit beliebten Melodien und Musikstücken aus verschiedenen Musikrichtungen immer wieder den „Tanzboden“.

Kein Wunder, dass die Nacht kurz war, und sich am Sonntagmorgen eher müde (auch zahlenmäßig etwas dezimierte) Schützen, angeführt von dem „Tambourcorps Freischütz Gymnich“ und den „Fidelen Eifeler“ losmarschierten, um ihren Präsidenten und ihre Majestäten „Am Schloßpark“ in Türnich abzuholen. Ein kräftigendes Frühstück sorgte wieder für den alten Schwung. Franz Hermann konnte erneut Gäste von befreundeten Bruderschaften (u. a. St. Hubertus Brüggen, St. Kunibertus Gymnich, St. Sebastianus Wissersheim und Mauritius Bachem), aus den Vereinen und aus der Bevölkerung begrüßen.

Ehe „Die fidelen Eifeler“ mit ihrer Blasmusik in den gemütlichen Teil des Sonntags überleiten durften, standen die Ehrungen einiger Schützenbrüder an. So erhielt Schülerschütze Maurice Thielen den Orden für den Sieg beim Schießen an der Laseranlage am Fronleichnamstag, danach waren die „Alten“ Aktiven an der Reihe: Markus Wehnert erhielt den Silbernen Orden für 25 Jahre Mitgliedschaft; seit 1994 aktiver Schütze zeigt seine Vita sein immerwährendes Engagement in der Bruderschaft: Fahnenoffizier (2002 – 2005), Offizier (seit 2005), 3. Kassierer (2013 – 2016) und 2. Kassierer (seit 2016). Zweimal war Markus Wehnert Jungschützenkönig (1995 / 1996 und 1999 / 2000); 1997 errang er zudem die Bezirksprinzenwürde im früheren Bezirksverband ergheim-Süd. Diese herausragenden Leistungen wurden bereits 2007 mit dem Silbernen Verdienstkreuz geehrt. Mit dem Goldenen Orden für 50 Jahre Mitgliedschaft konnten in diesem Jahr zwei verdiente Schützen geehrt werden, Hans Fischer und Heinz Nießen. Hans Fischer begann seine Schützenlaufbahn 1969 bei St. Sebastianus Ichendorf. Auf unserer Schützenanlage war er in früheren Jahren der Fachmann für alle Holzarbeiten - die großen Holzbänke sind sein Werk. 2008 wurde er mit dem Silbernen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Seine Leidenschaft gehört aber mittlerweile dem Radsport, regelmäßig fährt er große Touren in der Region.

Heinz Nießen sorgt als Maler für die besonderen Farben in der Bruderschaft. Zweiter Jungschützenmeister (1986 – 1989), Dritter, Zweiter und Erster Kassierer in auf- und absteigender Reihenfolge (1993 – 2018), Jungschützenkönig (1979 / 1980) zeigen neben seinem handwerklichen Können einen bewundernswerten Einsatz für das Schützenwesen im Allgemeinen und für unsere Bruderschaft im Besonderen. Silbernes Verdienstkreuz (1990), Hoher Bruderschaftsorden (2001) und das Sebastianus Ehrenkreuz (2011) sind hoch verdiente Auszeichnungen dafür. Aber Heinz Nießen steht nicht nur für ernste Arbeit; manche Anekdoten zeigen auch den für jeden Spaß zu habenden Schützenbruder. So ist aus seiner Jungschützenzeit überliefert, dass er beim Schießen nicht die vorhandenen Schießkarten, sondern an der Wand hängende Bilder (versehentlich?) getroffen hat. „Die eher alltäglichen Kunstdrucke sind dadurch zu wertvollen Unikaten geworden“, so Franz Hermann bei der Präsentation unter dem Lachen der anwesenden Gäste. Seinen absoluten Traum erfüllte sich Heinz Nießen mit der Erringung der Schützenkönigswürde beim Schützenfest 2009 und dem anschließenden Königsjahr 2009 / 2010.

Die " Unikate des Heinz Nießen ", die Einschusslöcher wurden durch eine Lichtinstalation hervorgehoben.



Der Dritte im Bund der zu ehrenden 50er war Theo Birkmeier, der leider erkrankt nicht teilnehmen konnte. Franz Hermann wünschte ihm gute Besserung, seine Ehrung wird zu gegebener Zeit nachgeholt.
Ein besonderes Dankeschön wurde Heiner Köllen zuteil, der nach rund 15-jähriger Tätigkeit als stellvertretender Präsident nicht mehr auf der diesjährigen Mitgliederversammlung angetreten war. In dieser Zeit hatte er zunächst mit Peter Klütsch, dann mit Franz Hermann die Geschicke der Bruderschaft maßgeblich mitbestimmt, sie engagiert nach außen und innen vertreten. Franz Hermann dankte ihm herzlich und wies auf seine uneigennützige und wichtige Unterstützung hin, die er persönlich bei seinem Amtsantritt 2015 von ihm erfahren habe. Er übergab Heiner Köllen einen Präsentkorb aus Holz, gefüllt mit Stärkungen aller Art.

Danach stellte er den Nachfolger, Horst Schommers, als ebenfalls engagiertes und gewichtiges Mitglied der Bruderschaft, Schützenkönig in 2010 / 2011, vor. Horst Schommers musste sofort seines Amtes walten, als er Franz Hermann das Silberne Verdienstkreuz für dessen Verdienste um das Schützenwesen anheftete. Er dankte Franz Hermann, dass er 2015 in einer schwierigen Phase der Bruderschaft die Verantwortung als Präsident übernommen hatte.

Den Abschluss der Ehrungen bildete wie immer der Dank von Brudermeister Franz Hermann an alle sichtbaren und unsichtbaren Helferinnen und Helfer, die vor und während der zwei Tage zu dem schönen Fest beigetragen hatten. Nach dem Foto-Shooting luden die Majestäten zum traditionellen Imbiss ein, um die Grundlage für den Rest des Tages in gewohnt guter Stimmung bei Blasmusik und vielen guten Gesprächen zu schaffen.

Dietmar Reimann