St. Sebastianus Schützenbruderschaft

Balkhausen-Türnich von 1583 e. V.

Geistlicher Präses: Thomas Oster
Präsident: Franz Hermann



Jungschützen der St. Sebastianus Schützenbruderschaft
Balkhausen-Türnich e. V. (seit 1583) „in action“.



Am 8. April 2017 starteten einige Jungschützen im „Blaumann“, „bewaffnet“ mit Schüppen und Harken, ihre jährliche Pflegeaktion rund um den Gedenkstein St. Rochus, an der Spitze die beiden Jungschützenmeister, Michael Bienias und Thorsten Uherek. Sie säuberten und ebneten das Gelände rund um den Gedenkstein, Das Foto zeigt mit dem Ergebnis äußerst zufriedene Gesichter.

Zur Erinnerung: Die anfangs des 16. Jahrhunderts errichtete spätgotische Kirche der Pfarrei St. Rochus musste am 26. Februar 1956 der hiesigen Braunkohlenförderung weichen. Nach erfolgter Rekultivierung erinnert seit 1980 ein Findling mit Gedenktafel in der Nähe des früheren Standortes an die Kirche und den Ort Alt-Balkhausen. Wie bei vielen anderen Gedenkstätten ging die Zeit auch an diesem Gedenkstein nicht spurlos vorüber; Bäume und Sträucher überwucherten ihn, so dass er für Spaziergänger immer weniger erkennbar wurde. Diesem Missstand hatte sich die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft Balkhausen-Türnich, die ja aus dem gleichen Jahrhundert wie die alte Pfarrkirche stammt (1583), in 2010 angenommen. Im Rahmen der traditionellen jährlichen Sammelaktion wurden die Mittel für eine Sitzbank, Abfallkorb und Material beschafft und mit Genehmigung der Kolpingstadt Kerpen ordentlich „geackert“ und der Platz vor und an dem Gedenkstein hergerichtet.

Damit haben die Schützen einen schönen Ort zum Erinnern für jene Generation geschaffen, die die Kirche in Alt-Balkhausen noch kannten, und zum Verweilen für alle diejenigen, die dort spazieren gehen - vielleicht dann neugierig werden, wenn sie den Stein sehen. Damit dies immer so bleibt, haben die Jungschützen die Pflege des Geländes rund um den Gedenkstein übernommen und walten jährlich ihres Amtes, so auch am 8. April 2017.

Eine Woche später, am Gründonnerstag, trafen sich die Jungschützen dieses Mal in ihrer grünen Tracht im Herbert-Wehner-Haus und mit Kaffee und Kuchen „bewaffnet“, an der Spitze Bambiniprinz Tim-Wilson Pesch, begleitet von Brudermeister Franz Hermann und dem 1. Jungschützenmeister Michael Bienias, sowie einigen „Altschützen“. Mittlerweile ist es schon Tradition, dass die Jungschützen als besondere Osterüberraschung die Seniorinnen und Senioren des Herbert-Wehner-Hauses im Speisesaal, aber auch auf den Zimmern mit den von Müttern und Vätern selbst gebackenen Kuchen bewirten.



Auch dieses Jahr war die Auswahl wieder so vielfältig, dass die Bewohner die Qual der Wahl hatten. Wie immer waren sie hocherfreut über den Besuch - zumal bei Einigen die Uniformen Erinnerungen hervorriefen. „Schick seht ihr aus, und so viele Orden und Ehrenabzeichen habt ihr schon“, wurde nicht nur den Kuchen gelobt. Als Ostergruß für das bevorstehende Osterfest erhielten alle noch ein Blumentöpfchen mit einer Frühlingsblume.

Frau Eschweiler von der Heimleitung war begeistert: „Das ist eine super Idee. Die Jungs haben das ganz toll gemacht und den hier wohnenden Menschen eine große Freude bereitet.“ Sie war zudem voller Lob, dass viele ortsansässige Vereine, aber auch sehr viele ehrenamtlich tätige Privatpersonen sich das ganze Jahr über so liebevoll um die im Herbert-Wehner-Haus lebenden Menschen kümmern.

Ob das Wachhalten der Erinnerung an die alte Kirche St. Rochus, oder der österliche Besuch der Seniorinnen und Senioren des Herbert-Wehner-Hauses - Beides sind Zeichen des sozialen Engagements, das für einen Schützenbruder, ob alt oder wie hier jung, getreu der Verpflichtung zu „Glaube, Sitte, Heimat“, unverzichtbar ist. Übrigens, beide Aktionen wurden seinerzeit vom „Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften“ mit dem Jugendförderpreis „Kleiner Sebastian“ ausgezeichnet.

Dietmar Reimann
04/2017